Sonntag, 12. März 2017

Das letzte Ritual





Das letzte Ritual
Yrsa Sigurdardóttir
Thriller laut Angabe des Verlages
in der alten Auflage aber ein Island-Krimi
btb Verlag
ISBN 978-3442714407
Rezensionsexemplar

Inhalt

In der Universität von Reykjavík wird die Leiche eines jungen Deutschen gefunden. Der Geschichtsstudent war fasziniert von alten Hexenkulten, und sein Mörder hat ihm ein merkwürdiges Zeichen in die Haut geritzt. Aber die isländische Polizei glaubt an einen Drogendelikt und verhaftet einen Dealer. Die Eltern des Opfers misstrauen den Ermittlungen: Sie beauftragen die junge Anwältin Dóra Gudmundsdóttir, den Fall noch einmal aufzurollen. Und auf der Suche nach dem wahren Mörder findet Dóra mehr über die dunklen Rituale heraus, als ihr lieb ist …

Unterhaltsamer Krimi

Zuerst, dadurch dass es ein Island-Krimi ist, sind manche Namen und Orte für mich leider unaussprechlich und ich habe nachher solche Namen nicht mehr richtig gelesen, sondern nur noch überflogen, ohne die richtig zu beachten. War jetzt für mich und meinen Lesefluß nicht so schlimm, es hat mich nicht gestört, da ich mir sowas schon zu Beginn gedacht habe.

Es geht im Wesentlichen um den Hexenkult und dieser wird auch sehr ausführlich in dem Buch behandelt. Die Autorin hat sicherlich sehr ausführlich recherchiert, denn man merkt richtig wie viel Informationen sie dem Leser vermitteln will. Ich war Stellenweise mit so vielen Informationen überfordert und habe diese Stellen mit wenig Interesse gelesen. Mich hat das Thema leider nicht so im Detail interessiert.
Das drum herum, wie Dorá und Matthias zusammen ermitteln, stand im Vordergrund, daher ist dieser „Thriller“ kein Thriller, sondern ein Krimi. Wie schon im Fischer Verlag, da hat sich am Inhalt ja nichts geändert. Daher hat es hier der btb Verlag falsch eingeordnet. Denn es steht nun mal die Ermittlungsarbeit im Vordergrund.
Man bekommt auch Einblicke in das Privatleben der Rechtsanwältin Dorá, aber nicht zu viel. Es reicht um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Wobei ich als Leser schon ordentlich schmunzeln musste über den Sohn, da habe ich schon eher den Braten gerochen, was ihn so bedrückt. Aber gut, sie ist alleinerziehend und beruflich sehr eingespannt…

Ihr, von der Familie des Opfers, zur Seite gestellter Partner für die Ermittlungen Matthias, ist ein sehr sympathischer Typ. Ein Klischee-Deutscher wie man ihn nicht besser beschreiben kann. Herrlich, ich habe oft lachen können, denn trotz Krimi hat Yrsa Humor mit eingebracht. Das lockert den Krimi noch mal ein bisschen auf.
Eine kleine Romanze bleibt auch nicht aus. Das habe ich schon direkt am Anfang vermutet.

Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, größtenteils ist man bei Dorá und Matthias, aber auch manchmal bei den Freunden von Harald, oder aber auch den Professor. So ist der Krimi auch noch in der Erzählweise sehr vielschichtig.

Etwas komisch fand ich jetzt, dass die Isländische Polizei jetzt wirklich so unfähig ist und es nicht schafft den richtigen Mörder zu fassen? Aha!

Die Story ist gut und die Ermittlungen spannend, mit VIEL Hintergrundwissen über den Hexenkult, etwas zu viel des Guten für mich, aber für Leser die sich auch für dieses Thema interessieren bestimmt eine Freude. Dorá und Matthias sind sympathisch und als Personen glaubwürdig, die flapsige, lockere Art zwischen den Beiden passt gut.
Bis zum Schluss hatte ich wirklich keine Ahnung wer der Mörder sein könnte, sehr gut.
Ich freue mich auf den nächsten Fall für Dorá „Das gefrorene Licht“ auch als Neuauflage im btb Verlag!

Klare Leseempfehlung 4 von 5 Punkten

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