Montag, 13. Februar 2017

Anders





ANDERS
Anita Terpstra
Thriller
blanvalet
ISBN 978-3734102578
(Rezensionsexemplar)

Inhalt

Alma Meester, ihr Mann Linc und die beiden Kinder Iris und Sander sind eine ganz normale, glückliche Familie. Bis zu dem Tag, als der elfjährige Sander zusammen mit einem Freund während eines Ferienlagers spurlos verschwindet. Der andere Junge wird kurz darauf tot aufgefunden, doch Sander bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Sechs Jahre später meldet sich ein junger Mann bei einer deutschen Polizeistation. Er sei der verschwundene Sander Meester. Die Familie ist überglücklich, doch nach und nach kommen der Mutter Zweifel. Ist der Junge wirklich ihr Sohn? Und was ist in der Nacht damals tatsächlich passiert?

Schockierendes Familiendrama. Düster und rätselhaft

Dieser Thriller hat es inhaltlich echt in sich, ich bin selber Mutter von zwei Kindern und kann mir nicht vorstellen was es für eine Qual sein muss sein Kind zu verlieren und nicht zu wissen was mit Ihm geschehen ist. Jahrelange Qual, ich glaube nicht, dass ich die Kraft hätte wie Alma, ich würde wahrscheinlich zusammenbrechen, aber Alma gesteht sich das nicht zu und ist davon überzeugt, dass ihr Sohn noch lebt. Das stellt die Familie auf eine harte Probe, die Tochter verschließt sich weil sie sich selbst die Schuld an seinem Verschwinden gibt, da sie auf Ihn aufpassen sollte und der Mann lässt sich gehen, weil er auch nichts für seinen Sohn tun konnte.
Doch dann kommt Sander wieder und alles sollte doch jetzt perfekt sein, aber die Tochter stellt schon bei der ersten Begegnung seine Identität in Frage, was schon merkwürdig ist, der Vater scheint auch nicht sonderlich begeistert über die Rückkehr seines Sohnes und so ist es die Mutter die als einzige sich über Sanders Rückkehr freut. Der Verlauf der Geschichte wird immer merkwürdiger, das Verhalten von Sander entspricht nicht immer dem wie er sich eigentlich verhalten sollte, Schlüsselerlebnisse hat er vergessen, obwohl es so traumatische Erlebnisse waren, dass man sie auch nach 6Jahren nicht mehr vergisst. Die Tochter hat eine heidenangst vor ihrem Bruder und als Leser versteht man das gar nicht, weil Sander ein ruhiger Typ ist. Im weiteren Verlauf bekommt die Mutter auch immer mehr Zweifel an ihrem Sohn aber verdrängt das immer weiter. Bis…
Oh man, da darf ich nicht weiter schreiben.
Aber ist Sander wirklich Sander? Ist alles ANDERS als es scheint? Oh Ja! Ich hatte zwar eine Theorie zur ganzen Geschichte, aber da lag ich völlig daneben.
Das Ende, die Wendungen haben mich völlig schockiert und lassen mich als Mutter als ein Häufchen Elend zurück. Ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte. Ich musste erst mal durchatmen und über das alles nachdenken als ich es beendet hatte.

Es ist eine spannende schockierende Familiengeschichte. Es ist jetzt aber kein rasanter Thriller, sondern die Geschichte ist eher ruhig, unterschwellig düster und vor allem rätselhaft.
Nach und nach kommen die Familiengeheimnisse ans Licht, mit Rückblicken in die Vergangenheit bekommt man einen Eindruck dass das Familienleben vielleicht doch nicht so perfekt war wie es scheint.

Dieses Buch ist wirklich ANDERS, ich kann es wirklich nur empfehlen!
5 von 5 Punkten