Freitag, 19. Februar 2016

Die Überlebenden (Band I)




Die Überlebenden
Alexandra Bracken
Roman
Trilogie
Goldmann Verlag
ISBN 978344247908
 
Inhalt
Ruby hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Sie hat alles verloren: Freunde, Familie, ihr ganzes Leben. Weil sie das Virus überlebt hat. Weil sie nun eine Fähigkeit besitzt, die sie zur Bedrohung werden lässt, zu einer Gefahr für die Menschheit. Denn sie kann die Gedanken anderer beeinflussen. Deshalb wurde sie in ein Lager gebracht mit vielen anderen Überlebenden. Deshalb soll sie getötet werden. Aber Ruby hat nicht überlebt, um zu sterben. Sie wird kämpfen, schließlich hat sie nichts zu verlieren. Noch nicht ...

Spannender Auftakt einer Dystopie-Trilogie

Dieser erste Band der Trilogie um Ruby hat mich überzeugt, es ist ein spannender erster Teil. Ruby gehört zu den Teenies die besondere Fähigkeiten besitzen, aber niemand setzt sich damit auseinander, sondern die Kinder werden eingesperrt, weil die Menschen Angst vor den Kindern haben. Sie sperren Sie ein und unterziehen manche sogar grausamen Versuchen, da sie die Kinder von diesen Fähigkeiten heilen wollen. So ist Ruby seit Jahren in einem dieser Lager und hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, sie kann sich die Welt außerhalb des Lagers gar nicht mehr vorstellen, sie ist nur darauf bedacht nicht aufzufallen, ihre Arbeit gut zu machen und keinen Ärger auf sich zu ziehen. Da die Strafen sehr grausam sind. Die Schilderungen im Lager erinnern mich an Konzentrationslager, die Zustände und die Abläufe ähneln sich sehr stark.

Ruby ist nicht mutig und keine die sich in ein Abenteuer stürzen würde, sie will einfach nur in Ruhe gelassen werden und unsichtbar im Lager überleben. Daher ist es auch so überraschend dass genau Sie von einer Aufständischen Gruppe aus diesem Lager gerettet wird um mit Ihnen gegen die Regierung zu kämpfen. Rubys Charakter aber wächst mit dieser Aufgabe und so entwickelt Ruby erst ihren Kampfgeist innerhalb der Geschichte und als Leser begleitet man Ruby bei dieser Entwicklung. Sie ist ein sympathischer Charakter, gut ausgearbeiet und man fühlt von Anfang an mit Ihr mit.
Auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und man kann Ihre Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen, die Autorin hat es wirklich gut hinbekommen dem Leser jeden Charakter näher zu bringen.
Während des Verlaufes des Buches wachsen die Charaktere einem ans Herz und umso mehr macht einen das Ende des ersten Teils tief traurig und betroffen. Ich war geschockt von diesem Ende, ich dachte so kann es doch nicht zu Ende gehen, damit hätte ich wirklich NIE gerechnet eine unglaubliche Wendung! Grandios!
Alexandra Bracken bringt in dem Buch immer wieder spannende Stellen die einen den Atem stocken lassen. Hier ein Beispiel, eine einfache Szene die mich hat erschrecken lassen:
„Entschuldige.“ Er lächelte und streckte mir die Hand hin. „Hey…ich glaube, wir kennen uns noch gar nicht. Ich bin Liam.“
Da ich nicht spoilern möchte kann ich gar nicht mehr so viel schreiben wie ich gerne würde, ich kann nur betonen dass es sich wirklich lohnt diesen spannenden dystopischen Roman zu lesen!

Als ich das Buch beendet hatte musste ich erst einmal tief Luft holen und alle Geschehnisse noch mal durchgehen. Das hat mich wirklich noch beschäftigt.
Da die Situation so wahnsinnig real sein kann und schließlich so ähnlich schon mal wahr war. Die Kinder, die wie zu NS-Zeiten in Lager deportiert werden, in diesen Lagern nicht mehr als Menschen angesehen werden, sondern nur noch kategorisiert werden. Als Arbeitskräfte missbraucht und auf schlimmste erniedrigt werden. Das nimmt einen sehr mit während des Lesens.

Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, aber zum Glück steht diese nicht im Vordergrund, aber trotzdem gibt es eine kleine schmalzige Situation:
(Er) „Weißt du eigentlich, dass du mich manchmal so glücklich machst, dass ich glatt vergesse zu atmen? Ich schaue dich an, und meine Brust wird so was von eng, und es ist, als hätte ich nur einen einzigen Gedanken in meinem Kopf, nämlich wie sehr ich dich küssen möchte.“
(…)
(Sie) „Ich kann nicht mitkommen. Ich kann dich doch nicht in eine solche Gefahr bringen.“
„Unsinn“, erwiderte er. „Kann nicht schlimmer sein, als wenn wir getrennt sind.“
Das macht das Ende nur noch schlimmer.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und mitreißend, das Buch ist aus der Sicht von Ruby geschrieben und bringt sie so dem Leser besonders Nahe und macht Ihre Entscheidungen und Gedanken nachvollziehbar. Man wird direkt ins Buch gezogen und die Spannung hält sich bis zum Schluss, da immer wieder neue spannende Dinge geschehen. 
Zum Cover muss ich jetzt auch noch sagen, es ist toll! Die Tunnelwand auf dem Cover ist rau gestaltet, so dass man auch was zum fühlen hat. Gefällt mir sehr gut!

Ich kann diesen Roman nur sehr empfehlen!

5 von 5 Punkten

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