Freitag, 30. Oktober 2015

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand







Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Jonas Jonasson
Roman
btb
ISBN 978-3570585016


Inhalt
Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.

Überbewerteter Roman

Ich habe das Buch lesen wollen, weil es in allen Medien so gehypet wurde, über 2000 5 Sterne Bewertungen bei Amazon (65%). Da kann es ja nur gut sein, war mein Gedanke.
Aber leider wurde ich ziemlich enttäuscht, das Buch habe ich gerade mal knappe 100 Seiten gelesen, ich habe es nicht geschafft mich weiter durch zu quälen.
Die Schreibweise des Buches ist sehr anstrengend, ständig werden Beschreibungen immer wieder benutzt. Als Allan am Bahnhof auf den Bus wartet, mit dem er abhauen will, trifft er einen „schmächtigen jungen Mann mit langen, fettigen blonden Haaren, struppigem Bart und einer Jeansjacke mit der Aufschrift Never Again auf dem Rücken“. Und ab jetzt ist jedesmal von dem „schmächtigen jungen Mann mit langen, fettigen blonden Haaren, struppigem Bart und einer Jeansjacke mit der Aufschrift Never Again auf dem Rücken“ die Rede, anstatt einfach nur der junge Mann oder ähnliches zu verwenden. Das nervt leider im Lesefluss.
Auch der ständige Hinweis auf seine „Pisspantoffel“ ist einfach nur ekelig, denn die heißen so, weil Allan nicht mehr so weit pinkeln kann und sich daher immer auf seine Pantoffeln pinkelt, anstatt ins Klo. Wen interessiert das? Witzig finde ich das leider auch nicht. Tja, und die Schwester aus dem Altersheim identifiziert die Pantoffeln indem sie an den Pantoffeln riecht, die Nase rümpft und bestätigt, dass es nur Allans Pantoffeln sein können. Na danke auch, das ist leider nicht mein Humor.
Der weitere Verlauf der Geschichte ist sehr Haarsträubend denn der „schmächtige(n) junge(n) Mann mit langen, fettigen blonden Haaren, struppigem Bart und einer Jeansjacke mit der Aufschrift Never Again auf dem Rücken“ stirbt. Aus Versehen, weil Julius Jonsson vergessen hat die Kühlung im Kühlraum aus zu stellen. Was von Allan und Julius nur als ein kleines Malheur gesehen wird, es ist ja nicht so schlimm wenn man einen Menschen tötet.
Die Reaktion: „Und?“, fragte Allan.
„Und… na ja, der da drinnen ist jetzt so ziemlich tot.“
Allan kratzte sich bekümmert im Nacken, bevor er beschloss, dass er sich von dieser Schlamperei nicht den Tag verderben lassen wollte.
„Zu dumm“, meinte er. „Aber ich muss schon sagen, das Ei hast du perfekt hingekriegt. Nicht zu hart und nicht zu weich.“
Naja, immerhin ist er „bekümmert“.
Ein paar Seiten habe ich dann noch durchgehalten, aber es hat leider keinen Spaß gemacht. Der Humor hat mich leider nicht erreicht, zwar merkt man was er witzig meint, aber es ist leider nicht mein Humor.
Ich musste die ganze Zeit an SketchUp denken, von früher mit Dieter Krebs, die haben immer schlechte Sketche mit Lupenbrillen und schiefen Zähnen versucht witzig zu gestalten. Gelingt aber nicht. So gelingt es auch nicht mit dem Buch.

Von mir leider nur 1 von 5 Sternen.

(Ein unqualifizierter Beitrag: Wisst ihr was witzig an diesem Buch ist? Der Name des Autors! Bitte! Welche Eltern tun einem Kind so eine Namenskombination an?)

 Das Buch kann hier gekauft werden Amazon, Thalia 

Freitag, 23. Oktober 2015

Dead Eyes - Der Fluch der Maske






Dead Eyes -  Der Fluch der Maske
Chris Priestley
Jugendroman 12 - 15 Jahre
bloomoon
ISBN 9783845803753




Inhalt
Alex begleitet seinen Vater auf eine Geschäftsreise nach Amsterdam, doch er ahnt nicht wie spannend es dort für ihn werden wird. Zusammen mit Angelien, der Tochter eine Kollegin des Vaters, macht Alex die Stadt unsicher. Auf einem kleinen Trödelmarkt entdeckt Alex versteckt in einer Kiste eine Maske. Er will schon weiter gehen, als ihn ein seltsames Gefühl beschleicht. Dieses Gefühl zwingt ihn zurückzugehen und die Maske zu kaufen. Doch Alex ahnt nicht in was er sich mit diesem Kauf hinein katapultiert hat.

Nettes Jugendbuch, aber leider ohne Spannung

Zu Beginn wird eine gruselige Atmosphäre geschaffen, als Alex das alte Amsterdamer Hotel erblickt, in dem er und sein Vater wohnen werden. Es läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken, eine gut gelungene Szene. Leider wir diese Spannung nicht aufrecht erhalten und das Buch läuft in Erzählungen weiter, die wenig bis gar keine relevante Bedeutung für die weitere Handlung haben.
Die im Titel erwähnte „Maske“ steht nicht im Mittelpunkt der Geschichte, diese wird zwischendurch nur kurz erwähnt, bringt kleine gruselige Momente, die aber genauso schnell wieder vorbei sind wie sie auftauchen. Die größte Rolle in diesem Buch nimmt die Beschreibung des alten Amsterdam und seine Geschichte ein, die recht langweilige Passagen in dem Buch schafft.
Am Ende nimmt die Maske dann doch noch mal die Handlung in ihre Hand, was aber viel zu spät ist, denn das Buch ist schon zu Ende, es kommt noch mal eine aufwirbelnde Szene, die aber den Rest des Buches auch nicht retten kann. Zum Ende hin wirkte alles sehr konstruiert und zu schnell zu einem Ende gebracht.
Durch Titel, Untertitel und den Klappentext hatte ich anderes von diesem Buch erwartet, was ich sehr schade finde. Die Geschichte hat potential, auch der Schreibstill des Autors ist sehr flüssig, es liest sich sehr gut. Aber trotz der Altersangabe von 12-15 Jahre könnte das Buch mehr Spannung vertragen.

Im Blick darauf, dass es ein Jugendbuch sein soll reicht es auf jeden Fall. Ich würde es meinem Kind als Leseanfänger mit 12 Jahren empfehlen.
Für mich als Leser, der neben Thrillern auch gerne mal ein Jugendbuch liest, war es mir nicht anspruchsvoll genug.


3 von 5 Punkten

Buch kann hier gekauft werden AmazonThalia

Montag, 5. Oktober 2015

Der Federmann







Der Federmann
Nils Trojan Reihe
Max Bentow
Psychothriller
Page & Turner
ISBN 9783442203932

Inhalt
Schrei doch, dachte er, schrei

Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Der jungen Frau wurden die Haare abgeschnitten, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord – wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Trojan hofft, durch die kleine Tochter der Ermordeten einen Hinweis zu bekommen, doch dann verschwindet das Mädchen von einem Tag auf den anderen. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele.


Ein Psychothriller, der keiner ist und warum überhaupt der Titel „Der Federmann“?

Leider hat mich das Buch gar nicht überzeugt.
Kommissar Nils Trojan ist eine konstruierte Figur die nur so vor Klischees trieft, ein einsamer Ermittler der sich im Selbstmitleid suhlt. Da seine Ehe gescheitert ist, ist das Einzige was ihn aufrecht hält seine Tochter. Der Job lenkt ihn ab, aber auch da ist er der kaputte Ermittler. Psychisch ein Frack, geplagt von Alpträumen, die von hellseherischer Natur zu sein scheinen, was natürlich sehr realistisch klingt,  und Selbstzweifeln, geht er zu einer Psychiaterin um sich behandeln zu lassen. Natürlich verliebt er sich in seine Therapeutin, was schon beim ersten Satz klar ist und natürlich wird sie auch mit in den Fall verwickelt.
In seinem Beruf ist er neben dem kaputten Frack, auch noch der rebellierende Kommissar, der sich nicht sagen lässt sondern nach seinen eigenem Kopf handelt, er schert sich nicht um Vorschriften. Er foltert bei Verhören „Hör auf damit. Okay, es waren nicht ganz erlaubte Vernehmungsmethoden, aber die hatten auch ihren Sinn, schließlich ging es um das Leben der Kleinen. (…)“ und das wird von den Kollegen auch so hingenommen, das ist anscheinend seine ‚Masche‘.
Er dringt auch einfach in Wohnungen ein ohne sich vorher die  Erlaubnis einzuholen. Gut, das soll die Dringlichkeit verdeutlichen, macht es aber nicht glaubwürdiger.
Die Story wirkt sehr konstruiert und nicht gut durchdacht, es baut sich keinerlei Spannung auf, auch kann man die Gedankengänge nicht nachvollziehen „Trojan fiel auf, dass sie sich ihr Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. Auf einmal fragte er sich, ob wohl die Haarfarbe des Opfers von Bedeutung war, und beugte sich über den Schädel der Leiche. „Sie war einmal blond“, murmelte er.“(…)“ . Ja genau, das ist natürlich eine Überlegung die jedem als erstes kommen würde wenn man sein erstes Opfer sieht, man erkennt dann natürlich schon ein Muster.
Ich verstehe auch überhaupt nicht warum der Titel „Der Federmann“ lautet, es müsste eher „Der Haarmann“ heißen. Was die Vögel jetzt genau für eine Bedeutung haben in dem Buch, weiß man nicht so genau, warum er die als Boten benutzt erschließt sich mir leider nicht.
Am Ende versucht der Autor noch mal eine Aktionszene fürs Finale zu kreieren, aber irgendwie passt das nicht so hinein.
Außerordentlich brutal finde ich das Buch überhaupt nicht, es gibt kleine ekelige Szenen, aber das beherrscht nicht das Buch.

Ein ganz netter Zeitvertreib, liest sich leicht, die Sprache ist nicht anspruchsvoll, mitdenken muss man auch nicht großartig, da man die Logik des Buches nicht nachvollziehen kann.
Was mich auch noch gestört hat war das Cover, darauf war ein Rotkehlchen abgebildet, im Buch allerdings geht es um den Dompfaff (Gimpel). Also wenn man dann schon einen Vogel auf dem Cover haben möchte, dann sollte es auch der richtige Vogel sein.
Mir ist der Kommissar zu klischeehaft. Die folgenden Bücher aus der Nils Trojan Reihe werde ich nicht lesen.
Eine Leseempfehlung gibt es hier leider von mir nicht.


1 von 5 Punkten

Buch kann hier gekauft werden AmazonThalia