Mittwoch, 30. September 2015

Abstinencia





Abstinencia
Susanne H. Ollmert
Thriller
Waldhardt Verlag
ISBN 9783945746028
 

Inhalt
Ein Pfarrer, ein Dorf und die Abgründe der menschlichen Seele. Andreas Albert leitet mit Leib und Seele eine kleine Kirchengemeinde. Alles scheint in bester Ordnung. Bis seine Sekretärin plötzlich verschwindet und der charismatische Priester in einen Strudel aus Intrigen, Lügen und Morden gerät. Was hat es mit den anonymen Drohungen auf sich, die er erhält? Und was hat Artikel 277,1 des Codex iuris canonici mit den grausamen Morden zu tun, die um ihn herum passieren? Wird Albert den Tod von noch mehr unschuldigen Menschen verhindern können oder holt ihn seine Vergangenheit ein? Mit ihrem Thrillerdebüt  Abstinencia ist der Autorin ein spannungsgeladenes, düsteres Lesevergnügen gelungen, das gekonnt die Thematik des Zölibatsgesetzes aufgreift, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Ich durfte bei diesem Buch Testleserin/Betaleserin sein, ich durfte es lesen und ungeniert meinen Senf dazu geben, was ich gut fand, was mich verwirrte oder was für mich nicht passte. Das alles durfte ich aufschreiben und der Autorin mitteilen. Und ich habe auch antworten zu meinen Gedanken bekommen, die mich aufgeklärt haben und mich das Buch besser verstehen ließen.
Eine gute Kommunikation war das.
Das macht mich sehr stolz, da es das erste Mal für mich war, so nahe am Entstehungsprozess eines Buches dabei sein zu dürfen.
Ein Thrillerdebüt bei dem ich so ziemlich von Anfang an dabei war.

In einem kleinen Dorf sterben auf brutale Weise nach einander mehrere Frauen.
Erst die Sekretärin des Pfarrers, dann die Lehrerin der örtlichen Schule, die zuletzt mit dem Pfarrer gesehen wurde. Für die Dorfbewohner eine klare Sache, der Pfarrer ist der Täter.
Und tatsächlich steckt der Pfarrer mittendrin, seine Vergangenheit holt ihn immer weiter ein.
Trotz dieser schrecklichen Situation steht ihm sein guter Freund, der Diakon, bei. Der aber selbst ein Geheimnis mit sich rumträgt.

Die ersten 14 Seiten wirken etwas "hektisch" geschrieben. Als hätte es die Seiten gebraucht um in die Geschichte zu kommen. Ich kann es nicht konkret festmachen, es ist mein subjektiver Eindruck. 
Ab Seite 15 finde ich es "ruhiger" geschrieben und auch klarer. Und ab da merkte ich auch dass ich anders gelesen habe. Ab da geht es für mich richtig los.
Die Einspielungen des irren Mörders finde ich sehr gut, man kann sich den Typen richtig gut vorstellen, wie er sich irre benimmt und auch irre guckt. Das kommt sehr gut rüber.
Das Buch ist sehr flüssig und gut geschrieben, sehr spannend. Während des lesen dachte ich mir immer "WAAARUM macht der Pfarrer das? Und warum hilft ihm der Diakon?" ich würde nicht unbedingt so handeln wie die Beiden. Ich wollte am liebsten immer ins Buch rufen was die Beiden anders machen sollten.

Intrigen und Lügen bauen sich bis zum Schluss auf und das Ende ist nicht unbedingt so zu erwarten und lässt einen wortlos zurück, da es kein Happy End gibt.

Für mich ein guter kurzer Thriller, liest sich gut und schnell ohne unnötig auszuschweifen.
Kleine Dinge waren es die für mich nicht logisch erschienen, zB. wie der Mörder seine Nachrichten „übermittelt“, diese Methode klingt für mich nicht logisch aber vielleicht klappt es ja doch.
Auch das der Mörder seine Opfer nach seinem Mord noch als Huren und Schlampen beschimpft, obwohl sie eigentlich seiner Logik nach jetzt „rein“ sind, da hätte der Mörder differenzieren müssen: Vor der Tat Hure, nach der Tat rein.
Das sind meine Eindrücke.

Ich gebe hier eine Leseempfehlung, denn es ist ein guter Einstieg dieses Buch.

4 von 5 Punkten

Das Buch kann hier gekauft werden AmazonThalia

Freitag, 25. September 2015

Die Bevölkerung



Die Bevölkerung
Kitten McIntyre
Roman
Waldhardt Verlag
ISBN 9783945746288





Inhalt
Finster, abgründig, unheilvoll Die Bevölkerung erzählt die Geschichte der Onkologin Madison, die unaufhaltsam auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zusteuert. Madison, Ärztin am Westside Hospital in Brooklyn, lebt glücklich verheiratet mit ihrem Mann Richard zusammen. Ihr Leben scheint perfekt, bis plötzlich immer mehr unheilvolle Dinge um sie herum geschehen, die sie sich nicht erklären kann. Menschen sterben und niemand weiß warum. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexa geht sie den schrecklichen Vorkommnissen auf den Grund. Werden die beiden hinter die Geheimnisse des Krankenhauses kommen? Und was für eine Rolle spielt der undurchsichtige Professor Cunningham?



Ich durfte dieses Buch noch vor offiziellem Erscheinen lesen, da bin ich sehr stolz drauf! Die Kommunikation mit der Verlegerin war sehr gut, es hat richtig Spaß gemacht. Schön dass ich so eine tolle Verlegerin kennenlernen darf. J

Auch ist dieser Roman das Debüt der Autorin, was mich noch ein bisschen mehr stolz macht.



Das Buch liest sich sehr flüssig und gut, es sind zwar ein paar Fehler in der Zeichensetzung aufgefallen, aber das war jetzt nicht schlimm. Normalerweise benachrichtige ich nicht den Verlag darüber, aber da hier die Kommunikation sehr gut und auch herzlich war/ist, habe ich diesmal die Verlegerin kontaktiert.

Sprachlich ist es auch verständlich und gut, trotz dass es um einen medizinischen Bereich geht, ist es gut verständlich und nicht voll von Fachbegriffen die man erst nachschlagen müsste.



Zu Beginn des Buches wird man direkt in eine spannende Szene hinein geschleudert, man ist direkt gefesselt und denkt sich ‚oh mein Gott! Krass‘ und dadurch will man direkt weiter lesen. Als ich das Buch bekommen habe, wollte ich nur kurz rein lesen und konnte erst wieder aufhören als mir die Augen zugefallen sind.

Im weiteren Verlauf wird diese Szene erst mal nicht aufgeklärt, sondern erst am Ende des Buches.

Man  lernt Madison kennen, die in Brooklyn im Westside Hospital arbeitet, sie leitet eine Studie mit, die ein Medikament testet zur Heilung von Brustkrebs. Verschiedene Patientinnen nehmen daran teil die mit den konventionellen Methoden wie Bestrahlung oder Chemotherapie keine Chancen mehr haben, die Patientinnen die quasi nichts mehr zu verlieren haben. Madison und einer Labormitarbeiterin fallen aber Ungereimtheiten auf, die sie erst nicht als dramatisch erkennen, dann langsam aber sicher ernst nehmen und versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen.

Patientinnen bleiben von der Studie fern oder sterben ohne ersichtlichen Grund. Ungewöhnlich, da diese Patientinnen gerade eine gute Prognose bekommen haben, dass das Medikament gut angeschlagen hat und eine Heilung nicht ausgeschlossen ist.

Sie werden immer weiter reingezogen, Alexa die Labormitarbeiterin wird sogar massiv bedroht und fürchtet um ihr Leben. Beide wissen am Ende nicht mehr wem sie trauen können, leider vertraut Alexa der falschen Person und Madison ahnt nicht wie sehr sie in der Geschichte schon drin hängt.



In der Mitte des Buches wird es richtig spannend, eine merkwürdige Wendung die man nicht versteht und auch erst gegen Ende aufgeklärt wird. Vorher gibt es viel Vorgeschichte und auch viel über die medizinischen Details zur Medikamentenstudie. Auch nach dieser Szene viele Details zur Studie. Ich denke dass Leser, die nicht unbedingt beruflich mit Medizin zu tun haben, es nicht unbedingt interessant finden. Vielleicht sich eher langweilen. Man muss es mögen.

Madison und Alexa versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen geraten in Gefahr und am Ende wird es noch mal spannend.
Die Lösung hat man schon geahnt aber nicht komplett in die richtige Richtung bringen können, die hat noch eine Überraschung parat.


Dass das Thema zu medizinischen Studien so behandelt wird ist schon etwas gruselig, das die Pharmaindustrie ja eh eher an Profit, als an Nutzen der Medikamente interessiert ist, ist ja klar. Aber dass es so skrupellos dort zugeht, das hoffe ich nicht!
Zu diesem Debüt-Roman gebe ich eine Leseempfehlung, ich hatte das Buch innerhalb von zwei Tagen durch, man muss es einfach lesen. Mit medizinischem Interesse liest es sich richtig gut.


4 von 5 Punkte

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Mittwoch, 16. September 2015

Die Flüsse von London





Die Flüsse von London
Ben Aaronovitch
Roman
dtv
ISBN 9783423213417
gehört zu einer Reihe

Inhalt
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand. »Mein Name ist Peter Grant. Ich bin seit Neuestem Police Constable und Zauberlehrling, der erste seit fünfzig Jahren. Mein Leben ist dadurch um einiges komplizierter geworden. Jetzt muss ich mich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen, Leichen in Covent Garden ausgraben. Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram! «

So stellt man es sich vor, wenn Harry Potter erwachsen geworden und zu den Bobbies gegangen wäre. Eine einzige große, witzige, phantasievolle Kapriole. (Diana Gabaldon)
So die Beschreibung von "Die Flüsse von London"
Und dann dieser Abschnitt:
"Mein Hirn scheute vor dem Gedanken zurück, dass jemand ein Baby aus dem Fenster im Obergeschoss geworfen haben könnte. Es versuchte mich zu überzeugen, dass das, was ich sah, nur ein Stoffbündel oder eine Puppe war, aber es war nicht so."

Sorry, aber nichts rechtfertigt es ein Baby so voller Brutalität ins Geschehen zu bringen. Ich finde sowas einfach nur richtig Sch****!!
Das hätte ich nach dieser Beschreibung nicht erwartet und gibt ordentlich Minuspunkte.

Ich verstehe den Vergleich zu Harry Potter auch überhaupt nicht, es hat im weiteren Verlauf keinerlei Ähnlichkeit.
Bis Seite 212 habe ich mich noch durchgequält, aber dann abgebrochen es wurde einfach nicht witzig oder spannend. Es war eine Enttäuschung.
Das Buch ist auch überhaupt nicht witzig, normalerweise mag ich den britischen Humor und ich weiß auch wo diese witzigen Stellen sein sollen, aber die sind einfach nicht witzig, sondern total platt und unnötig. Vielleicht ist ja auch was bei der Übersetzung verloren gegangen.

Keine Leseempfehlung!

0 von 5 Punkten

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HOTLINE





HOTLINE
Jutta Maria Herrmann
Psychothriller
Knaur
ISBN 9783426514566



Inhalt
Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang...

Ein Psychothriller der gar kein Psychothriller ist, sondern eher ein spannender Roman/Drama.
Der Klappentext des „Psychothrillers“ verspricht Spannung und in Kombination mit dem Cover finde ich es sehr ansprechend und war gespannt dieses Debüt zu lesen. Aber leider wurde nicht gehalten was versprochen wurde.
Denn für mich ist es kein Psychothriller, dafür ist es nicht spannend genug, die Handlung plätschert so dahin und es ist schon sehr früh klar, wer der Täter ist und was das Motiv des Täters ist. Es geht nachher beim Lesen nur noch darum zu erfahren wie die Hauptpersonen auf die Lösung.
Die Hauptpersonen haben alle ein schweres Schicksal hinter sich, z.B. die schwangere Paula, sie wurde mit 4Jahren von ihrer Mutter auf der Parkbank sitzen gelassen und darunter hat sie sehr gelitten. Aha! Da erwartet man weitere Infos und denkt es hat mit der Handlung etwas zu tun. Nein. Hat es nicht, wird auch nicht weiter drauf eingegangen. Genauso wie die schwangere Mutter des Partners von Paula, die ihn extra in ein Cafe bittet um ihn das mitzuteilen, denkt man auch es hat was mit der Handlung zu tun, gibt es dazu eine spannende Wendung? Nein! Das ist eine Szene im Buch die total sinnlos ist und bei der man sich fragt, wieso das überhaupt erwähnt wird, hätte man sich auch sparen können.
Die Hauptpersonen werden gut und lebhaft beschrieben, jedoch sind diese mit Klischees durchzogen dass es nur so trieft. Sie sind vollgepackt mit schlimmen Schicksalen, die im Grunde aber überhaupt nichts aussagen und daher ohne Relevanz sind.
Die Autorin benutzt mehrere Erzählstränge, dadurch liest sich das Buch sehr flüssig, sie hat einen guten Schreibstil, sie ist eine gute Autorin jedoch schafft sie es für mich leider nicht in die Kategorie Psychothriller, ich denke Sie wäre eine gute Romanautorin. Interessant ist dass Sie auch die Sicht des Täters mit einbringt und das auch noch in der „Du“ Perspektive, das fand ich sehr gelungen.
Die Handlung des Buches ist eine gute Idee, man könnte da viel daraus machen, jedoch gelingt es der Autorin nicht sehr gut aus der Idee eine spannende Geschichte zu spinnen, da sie sehr voraussehbar ist.
Mit anderen Psychothrillern kann dieses Debüt leider nicht mithalten, dafür fehlt diesem Buch Spannung und Tiefe. Das Ende voraussehbar und Klischeehaft. Trotzdem liest sich das Buch sehr flüssig und wenn man es mit dem Gedanken im Hintergrund liest dass es eher ein Roman ist, dann passt es auch eher zusammen. Man darf nicht mit mitreißender Spannung und düsteren Abgründen rechnen.
Am Ende wird noch mal eine Szene eingebaut, die vermuten lässt dass es eine Fortsetzung zu diesem Buch geben wird, jedoch würde ich es nicht lesen wollen.

3 von 5 Punkten

Buch kann hier gekauft werden Amazon, Thalia