Mittwoch, 12. Juli 2017

Der Nebel - Stephen King





Der Nebel
Stephen King
Kurzgeschichte
aus „Blut“
Heyne EBOOK
STORY SELECTION NO. 27
Rezensionsexemplar

Inhalt
Nach einem schweren Sturm machen David Drayton und sein Sohn Billy Besorgungen im nächstgelegenen Supermarkt. Auf einmal zieht ein unheimlicher Nebel auf, und sie sind mit anderen Einheimischen im Laden gefangen. Unheimliche Wesen lauern draußen in den wabernden Schwaden. Die Nerven der Anwesenden liegen zunehmend blank – ist das Gottes Strafe für ihre Sünden, die nur durch Menschenopfer gebüßt werden können? Die Draytons und ein paar andere wagen den Ausbruch ...

Düster und beklemmend

Diese Kurzgeschichte wird mal wieder dem King gerecht. Eine düstere Atmosphäre die uns als Leser auch die Gesellschaft vor Augen führt!
Die Geschichte ist vom Anfang bis zum Ende voller Spannung und es lässt einen einfach nicht mehr los.
Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet, King hat sich hier viel Mühe gegeben.
Mal wieder eine grandiose Kurzgeschichte.

5 von 5 Punkten

Freitag, 7. Juli 2017

Niemand wird sie finden - Caleb Roehrig






Niemand wird sie finden
Caleb Roehrig
Jugend-Thriller
ab 14 Jahre
cbj Verlag
ISBN 978-3570173343


Inhalt

Flynns Freundin January ist verschwunden. Die Polizei vermutet ein Verbrechen und stellt Fragen, die Flynn nicht beantworten kann. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, schließlich war – ist – er ihr Freund und sie waren in der Nacht vor ihrem Verschwinden zusammen …
Ein grausamer Mord scheint die naheliegende Erklärung zu sein. Doch die Aussagen von Mitschülern und Freunden zeichnen ein völlig fremdes Bild von dem Mädchen, das Flynn so gut zu kennen glaubte. Er muss herausfinden, was mit January geschehen ist, ohne dabei zu verraten, dass er ebenfalls ein Geheimnis hat. Vor seinen Eltern. Vor seinen Freunden. Und vor allem vor sich selbst …

Spannender Jugendthriller

Es war ein guter Jugendthriller, hat mich gut unterhalten und ich finde es auch spannend, aber nicht zu sehr. Wirklich gut getroffen für ein Jugendthriller.
Flynn, der auf eigene Faust ermittelt und dadurch die ganze Sache aufdeckt. Naja, natürlich ist das eher ungewöhnlich, dass ein Jugendlicher der Polizei den Job abnimmt und auch besser ermittelt. Aber das macht das Buch dadurch nicht schlechter. Hat was von Nachwuchsdetektiv.

Am Ende fand ich die Story etwas dünn, aber es passt irgendwie. Es ist ja ein Jugendthriller und kein hochkomplexer Psychothriller für Erwachsene. Denn irgendwie fand ich das Ende etwas konstruiert.

Ich verstehe auch gar nicht warum January so gehandelt hat. Warum hat sie so schlecht über Flynn gesprochen? Was hat sie sich davon versprochen? Irgendwie kam da keine Lösung für mich.
January als Person konnte ich nicht fassen und eigentlich wird auch gar nicht richtig klar was sie für ein Charakter ist.

Flynn ist sympathisch und ein typischer Teenie, mit typischen Teenieproblemen. Eine nette Nebenhandlung die sich gut einfügt stellt sein eigenes Problem dar. Mir gefällt auch seine Hartnäckigkeit, dass er trotzdem weiter forscht, obwohl January ihn so unglaublich schlecht gemacht hat vor Ihren Freunden.
Vielleicht war das Ihr Plan? Dass er nicht weiter nach ihr suchen sollte, weil er so enttäuscht ist über ihr handeln und sie einfach nicht mehr finden will.

Es liest sich leicht und flüssig, ich habe ihn auch schnell durch gehabt. Mir hat der Jugendthriller gut gefallen und auch positiv überrascht.
Ich kann es empfehlen.


4 von 5 Punkten


Donnerstag, 6. Juli 2017

BUCHVORSTELLUNG


Das zweite Gesicht von Rachel Urquhart
Roman


Massachusetts 1842: Die 15-jährige Polly zündet die heimische Farm an, ihr brutaler Vater kommt in den Flammen um. Polly und ihr Bruder müssen fliehen und finden Zuflucht in einer Shaker Gruppe. In dieser religiösen Gemeinschaft mit strengen Regeln wähnt sich Polly sicher vor den Nachstellungen des Privatdetektivs Simon Pryor, der den Fall aufklären soll. In der jungen Shaker-Schwester Charity findet sie eine Freundin und Verbündete. Doch als Polly sich in den Augen der Gemeinschaft als „Seherin“ erweist, als eine Auserwählte mit mystischen Visionen, beobachtet man sie auch hier mehr als genau. Wird Polly unter diesen Umständen weiter ihre wahre Geschichte verheimlichen können?
»gut geschrieben«
Westfälische Rundschau (27.05.2017)

Mir wurde das Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und das hat mich sehr gefreut.
Leider ist der Schreibstil nichts für mich, denn der ist dem Jahrhundert angepasst. Und ich hätte mir gerne etwas mehr Spannung erhofft.

Hier der Link zum Buch!

Donnerstag, 22. Juni 2017

DNA - Yrsa Sigurdardóttir





DNA
Yrsa Sigurdardóttir
Thriller
btb Verlag
ISBN 978-3442756568
Inhalt

Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.

Ein Krimi, wieder kein Thriller

Nachdem ich die ersten beiden Teile in der Dora-Reihe gelesen habe und total begeistert war, habe ich auch „Geisterfjord“ gelesen und war auch hin und weg.
Die Dora Reihe ist witzig, spritzig und spannend. Geisterfjord war anders, aber trotzdem spannend und auch gruselig. Daher war ich jetzt auf „DNA“ so gespannt und habe mich auch total darauf gefreut und war umso glücklicher, als ich das Buch sogar als Rezensionsexemplar bekommen habe, ich konnte es gar nicht abwarten zu lesen. Ich bin quasi im Yrsa-Fieber.

Tja, aber dann gab es den Dämpfer. Denn dieses Buch ist komplett anders als die Dora Reihe und Geisterfjord, man kann es überhaupt nicht vergleichen. Es hat weder die Leichtigkeit wie in der Dora-Reihe, was dem eine besondere Note gibt, noch die spannende und gruselige Art von Geisterfjord.
Auch ist es wieder mal kein Thriller, sondern einfach nur ein Krimi, nur wegen der etwas genaueren Beschreibung der Todesart, muss man es nicht als Thriller betiteln. Auch wird hier nichts besonders brutal blutig beschrieben, da fehlt noch einiges bis dahin.
Endlose Ermittlungsarbeiten die zu nichts führen, langweilen leider Streckenweise. Außerdem, irgendwie wusste ich am Ende gar nicht so genau wie jetzt der Fall gelöst wurde. Denn das wurde er nicht durch Zeugen, oder Beweisen, sondern durch einen blöden Zufall der gar nix mit dem Fall zu tun hat. Ziemlich dünn und auch unbefriedigend, denn ich hatte mich durch den Krimi gekämpft und dann war die ganze Ermittlungsarbeit umsonst.

Huldar, der Ermittler, verliert sich zu oft in seinen Gedanken, so dass ich teilweise viel von ihm überblättert habe. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen wurden hier deutlich mehrmals intensiv thematisiert. Mir war er auch nicht sonderlich sympathisch, auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht warm werden.

ABER TROTZDEM
Die Story aber war Klasse! Beklemmend und die einleitende Szene im Buch hat mein Mutterherz mal wieder weinen lassen, das ist so grausam und traurig!
Bis zum Ende wusste ich mal wieder nicht wer der Mörder war! Ich dachte erst ich wüsste es und dachte mir schon fast "das war jetzt aber zu auffällig" und war schon enttäuscht über diese Auflösung, aber NEIN! Ich lag falsch und es kam anders als Gedacht! Danke Für diese grandiose Irreführung!

Man darf hier wieder nicht mit dem Gedanken an einen Thriller das Buch lesen, denn dann wird man leider enttäuscht, denn große Spannung kommt hier nur kurz auf.

Also es war gut. Hatte aber ordentliche Längen drin, manche Gedankengänge von Huldar, dem Ermittler, habe ich überflogen. Hier wurde viel auf nebensächliches Wert gelegt. Es ist ganz anders von der Art her als die Dora-Reihe, die ist spritzig, witzig und macht Spaß. DNA war ein KRIMI, etwas trocken, mir fehlte da das gewisse Etwas. Die Story aber ist Klasse, die Auflösung da auch wieder gut gemacht. Es ist NICHT wie Geisterfjord, oder die Dora Reihe, man könnte auch fast meinen es ist ein anderer Autor!

3von 5 Punkten

Mittwoch, 7. Juni 2017

Geständnisse - Kanae Minato






Geständnisse
Kanae Minato
Roman
C. Bertelsmann
ISBN 978-3570102909
Rezensionsexemplar


Inhalt
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Bitterböse und tieftraurige Geschichte

Die Lehrerin erlebt das Schlimmste was eine Mutter durchmachen kann, sie muss ihre Tochter zu Grabe tragen. Niemand sollte es erleben müssen das eigene Kind zu verlieren.
Das schlimme an der ganzen Sache ist auch noch, dass zwei ihrer Schüler an dem Tod der Tochter Schuld sind. Es ist einfach nur krank als im Verlauf des Buches aufgedeckt wird wie es dazu kam, denn es ist ein tragischer Unfall, sondern eine bitterböse geplante Geschichte. In der man denkt, dass einer der Beiden mehr als der Andere Schuld ist, aber es löst sich anders auf und ist umso erschreckender.

Der Schreibstil war am Anfang, als die Lehrerin ihren Monolog hält, echt gewöhnungsbedürftig. Ich hatte es schwer rein zu kommen. Mich verwundert, dass das Buch von japanisch ins englische und von da aus ins Deutsche Übersetzt wurde, ich glaube dadurch geht auch einiges verloren und vielleicht war der Schreibstil deshalb etwas schwierig. Man hätte eher aus dem japanischen ins Deutsche übersetzten sollen.
Trotzdem liest es sich schnell, denn mit nur 272 Seiten ist es echt nicht zu lang und aufwändig. Ich finde es auch nicht besonders anspruchsvoll.

Im weiteren Verlauf wechseln die Perspektiven zwischen den vielen Beteiligten Personen, um den Leser die ganze Tragweite und Komplexität der Tat nahe zu bringen.
Diese Wechsel fand ich gut und total passend, das macht es leichter zu verstehen.
Jedoch finde ich es irgendwie nicht ganz stimmig, etwas zu konstruiert und irgendwie nicht ganz glaubwürdig. Natürlich ist die Lehrerin im Rachewahn, was auch völlig verständlich ist, aber ob das alles so durchführbar wäre? Ich weiß nicht.

Ich meine, wie bitte können Jugendliche auf diese kranke Idee kommen einen Menschen, dann auch noch ein kleines Mädchen zu ermorden. Gut, sowas hat man schon leider öfter gelesen. Aber dann noch die Reaktion der Lehrerin..

Die Jugendlichen sind psychisch einfach nur krank, unglaublich. Und davon gleich zwei in einer Klasse die sich finden und dann diese schreckliche Tat begehen. Wie hoch liegt da die Wahrscheinlichkeit?

Tja, soviel habe ich jetzt nicht dazu zu schreiben, es lässt sich nicht so sehr analysieren, weil es ja auch nicht sonderlich viele Seiten hatte.
Man kann es als Zeitvertreib lesen, aber sollte nicht zu viel erwarten. Insgesamt hat es mich nicht sonderlich vom Hocker gehauen.

2 von 5 Punkten

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Sonntag, 4. Juni 2017

Das gefrorene Licht - Yrsa Sigurdardóttir






Das gefrorene Licht
Yrsa Sigurdardóttir
Thriller, laut Angabe des Verlages
in der alten Auflage aber ein Island-Krimi
btb Verlag
Zweiter Band in der Dora Reihe
ISBN 978-3442714407 

Inhat

Sommer 2006, im Westen von Island. Auf der Halbinsel Snæfellsnes wird die Architektin eines Wellness-Hotels tot am Strand gefunden. Sie wurde vergewaltigt und brutal erschlagen, in ihren Fußsohlen stecken Nadeln. Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir findet heraus, dass die Ermordete sich sehr für die Geschichte der verlassenen Gegend interessiert hat. Vor vielen Jahrzehnten standen auf dem Hotelgrundstück die Höfe zweier Brüder. Offenbar ist sie auf ein unaussprechliches Familiengeheimnis gestoßen …

Ein spannender Krimi mit einer kleinen gruseligen Note

Ich habe den ersten Abschnitt gelesen und ich hatte Tränen in den Augen, das war eine sehr bewegende Szene. Mein Mutterherz hat geschmerzt, schrecklich. Ein schreckliches Verbrechen in der Vergangenheit, danach geht es mit der Gegenwart weiter.

Dora wird von einem Mandanten um Hilfe gebeten, weil es in seinem Hotel spuken soll. Sie weiß zwar nicht wie sie ihm helfen kann, aber sieht es als kurzen Urlaubstrip und reist in das „Spukhotel“.
Da ist auch schon der erste Mord und Dora ermittelt einfach spontan, um ihren Mandanten, der sehr verdächtig scheint, zu helfen. Sie erinnert mich irgendwie dabei an diese Frau aus „Mord ist ihr Hobby“. Etwas penetrant, aber trotzdem amüsant.
Und dann kommt auch endlich Matthias dazu, ihr deutscher Freund, der so quasi jedes Klischee bedient. Er ist einfach sympathisch und bringt mit seiner Art noch mal ordentlich Schwung rein.
Stellenweise zieht sich die Handlung etwas, aber trotzdem kommt immer wieder Spannung auf, auch ist die ganze Familiengeschichte um das Hotel, die Dora noch aufdeckt, sehr interessant.

Ich finde es hier sehr gut, dass es nicht, wie die üblichen Krimis, sich ewig mit den trockenen Ermittlungsarbeiten aufhält. Denn neben den Ermittlungen von Dora geht es noch um eine dunkle Familiengeschichte die sie aufdeckt, brutale Morde, mystische gruseleien und um die nicht weniger komplizierte Familie von Dora. Mit ihrem Ex-Mann und ihren zwei Kindern hat Dora auch schon viel zu tun und es wird nicht einfacher.

Bis zum Schluss hatte ich wirklich keinen blassen Schimmer wie das ganze aufgelöst wird. Dass es natürlich nicht wirklich spukt war mir klar und wie das aufgelöst wird ist echt einfach.

Ich kann diesen zweiten Band in der Dora Reihe wieder nur empfehlen, es enthält genug Krimi, Spannung, Grusel und auch eine gute Portion Witz. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Ich bin einfach erneut begeistert und werde auf jeden Fall wieder den dritten Teil lesen. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen auf Dora und ihrer Familie. Ich liebe Matthias!

5 von 5 Punkten

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